Frauen in Tirol
Shownotes
Politikwissenschaftlerin Alexandra Weiss ist Gender- und Gleichstellungs-Expertin und hat gemeinsam mit Andrea Leitner und Julia Radlherr von Institut für Höhere Studien den Tiroler Gleichstellungsbericht 2024 erarbeitet. Im Podcast durchleuchtet sie den Bericht, wirft ein starkes Schlaglicht auch auf die gesellschaftspolitische Geschichte im Hintergrund und findet: „Gleichstellung braucht eine Veränderung im Denken.“
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00:00:00: Heute ist Alexandra Weiß bei mir zu Gast und unser Thema ist eines, dass die Biografien der Frauen im Allgemeinen und dem Zusammenhang mit ihrer Gesundheit im speziellen leider recht konsequent begleitet und sie in zahlreichen Bereichen auch prägt.
00:00:14: Die Gleichstellung zwischen Frauen und Männern isst Kern unseres Gespräches und die Tatsache das der Zustand der Gleichstellung durch eine fast schon unübersichtliche Vielfalt an Gaps Also Lücken geprägt ist, konterkariert das Wort gleich geradezu.
00:00:31: Dass du dich damit besonders gut auskennst liegt nicht nur an deinen persönlichen sondern auch an deinem wissenschaftlichen Interesse dem wir uns ein wenig annähern wenn du diese Fragen beantwortet hast.
00:00:43: Wer bist Du?
00:00:44: Was machst Du und was treibt Dich an?
00:00:47: Ja also wer bin ich?
00:00:51: Ich denke, was ganz das Wichtigste ist, ist dass ich aus einer sehr politischen Familie komme.
00:00:57: Es ist aus einer sozialdemokratischen Familie.
00:01:00: Das heißt Politik hat immer eine große Rolle gespielt.
00:01:02: Wir haben uns informiert und wir haben gelesen und diskutiert.
00:01:06: Das war neben den Bergen eigentlich sozusagen ein ganz zentraler Punkt der unserer Familie geprägt hat.
00:01:13: Und was da halt so in meiner Kindheit und Jugend an Politik, also Staatspolitik Präsent war, das war halt auch eine Reformpolitik.
00:01:24: Das waren die Kreiskejahre,
00:01:26: d.h.,
00:01:27: die Heldinnen meiner Kindheit und Jugend waren Bruno Kreisky und Johanna Donal.
00:01:32: Und es ist schon etwas was sehr viel ausmacht denke ich mir also nicht nur es hat sehr viele ermöglicht Die Bildungsreformen, das Schule sozusagen leistbarer geworden ist auch für Menschen die jetzt ökonomisch nicht so gut dastehen.
00:01:49: Das hat natürlich auch mir etwas ermöglicht... also so konnte ich die werden, die ich bin jetzt, sonst wäre das wahrscheinlich nicht gegangen.
00:01:58: Also das heißt und die Bildung war meinen Eltern immer sehr wichtig weil das eine ist gibt es die Möglichkeiten des Anderes sind Eltern offen dafür und fördern sie ihre Kinder in der Hinsicht.
00:02:09: Und das war bei uns sehr stark vorhanden, einfach.
00:02:12: Also das ist denke ich ganz was Wichtiges also wie ich sozusagen die geworden bin, die ich bin.
00:02:20: Das war so für mich immer ein bisschen... also zwei große Fragen sozusagen.
00:02:27: Das eine ist die Klasse und das andere ist das Geschlecht.
00:02:32: Ich bin auch schon sehr früh politisch engagiert gewesen, also so mit den ersten politischen Gruppen hineingegangen und diese zwei Fragen haben mich immer bewegt.
00:02:44: Ich bin dann auch relativ früh in die Frauenbewegung in Innsbruck gekommen und das war natürlich ausprägend.
00:02:53: Aber für mich immer wichtig, wie bringe ich beide Fragen zusammen?
00:02:57: Weil es ist ja durchaus so, dass jetzt so was Arbeit der Bewegung oder Gewerkschaft Sozialdemokratie nicht immer sehr frauenfreundlich war und die Fraunbewegungen oft nicht sehr klassenbewusst waren also das war immer ein bisschen ein schwieriges Verhältnis ist eigentlich her.
00:03:16: Aber das war sozusagen das, was mich interessiert hat und habe auch sehr früh begonnen mit theoretischer Literatur, mit Sachbücher et cetera auseinanderzusetzen.
00:03:29: und dann bin ich eben auf die Uni gegangen, hab studiert und Politikkristinschaft studiert.
00:03:34: Und ich denke da ist es ganz interessant, dass ich so bis sehe... Ein Zeitzeug in der Entwicklung der feministischen Politik-Grüßenschaft, den die Neunziger Herren gewesen sind.
00:03:45: Und das ist natürlich schon auch sehr inspirierend gewesen.
00:03:48: Also dieses Fach, das extrem männlich geprägt war und wird sagen, dass es ganz stark wieder ist – aber mit Einspengseln natürlich Ja, ist sehr inspirierend gewesen einfach dahinter zu schauen Institutionen anzuschauen.
00:04:03: Die uns als neutral erscheinen das auf eine hauptsächlich Hindernischlichkeit.
00:04:08: Also sozusagen einen Blick, einen scharfen, tieferen Blick auf die Gesellschaft und ihre Institution werfen zu können.
00:04:19: Und ist es das nach wie vor der sich antreibt auch diese Spannungsfelder, die du jetzt beschrieben hast?
00:04:25: in der neueren Entwicklung natürlich?
00:04:28: Ja, ich denke was mich antreibt ist schon auch das ja Möglichkeiten zu suchen.
00:04:37: Also sagen wir den politischen Trend dem großen politischen trend immer gegenüberstehen eh schon sehr lange aber jetzt dass sehr deutlich diesen Erstarken der rechtsextremen Parteien und Gruppierungen, antifeministische Strömungen etc.. dem etwas entgegenzuhalten.
00:04:58: Ich habe in die Richtung publiziert, ich versuche immer wieder Veranstaltungsreihen zu diesen Themen zu machen weil ich glaube es ist ganz wichtig dass wir uns damit auseinandersetzen zu begreifen warum das so kommt und das.
00:05:13: Es werde ja ganz oft so recht abschätzig über Menschen mit wenig Bildung, unter ökonomischen Klassen etc.
00:05:20: geredet.
00:05:22: Das ist nicht unser Hauptproblem.
00:05:23: Das Hauptproblem ist dass man denen keine Perspektive mehr bietet und die, die diese Parteien unterstützen das wissen wir doch aus.
00:05:32: Das sind eigentlich die sehr reichen Menschen.
00:05:36: Also um dem etwas entgegenzusetzen braucht es wirklich Visionen und Ideen wie positive Zukunftsgestaltung betreiben kann.
00:05:44: und das ist nicht nur Span oder dort und da wieder was wegnehmen, sondern wie können wir Gesellschaft gestalten so dass wir alle viel besser leben können.
00:05:53: Und nicht nur wenige und Perspektiven
00:05:56: haben.
00:05:58: Als österreichweit anerkannte und vielfach auch ausgezeichnete Politikwissenschaftlerin setzt du dich ja etwa mit Politikdeck Geschlechterverhältnisse, Frauenforschung oder der aus Frauensicht vielschichtig schmerzhaften Analyse kapitalistischer Systeme auseinander.
00:06:17: Gleichstellungsfragen zählen vor dem Hintergrund fast Zwingen zu deinem Arbeits- und Forschungsschwerpunkten?
00:06:24: Ist ein Grotesker reizt dieser Fragen, dass sie überhaupt noch oder immer und immer wieder gestellt und beantwortet werden müssen?
00:06:34: Also reizvoll, glaube ich, ist gar nicht mehr so sehr bezeichnet.
00:06:38: Aber notwendig, also notwendiger denn je vielleicht auch... aber aus einer Forschungsbeaspektive gibt es immer ein Reize mit dem Thema zu beschäftigen das ist klar.
00:06:48: auf der politischen Ebene wünsche man natürlich dass wir schon viel weiter werden und ich denke dass immer wieder sie mit den Beschäftigten müssen.
00:06:58: Die Verhältnisse verändern sie.
00:07:00: Also es ist ja nicht alles gleich geblieben, sondern wir haben jetzt eine Geschlechterungleichheit vor dem Hintergrund einer neoliberalen oder post-neoliberalen Politik.
00:07:11: Das schaut natürlich anders aus wie ... Also sozialstaatlich organisierter Kapitalismus, wie er so bis in die Siebziger-Auchzigerjahr sehr gut existiert hat eigentlich.
00:07:23: Da hat sich schon was deutlich verändert und da muss man schauen okay, was passiert auch mit unseren Forderungen?
00:07:29: Da ist uns ja auch etwas weggenommen worden und verdreht worden.
00:07:33: also neoliberale Politik hat sie Gleichstellungspolitik durchaus auf den Fahnengesetz geheftet aber immer unter dem Siegel am Sozialstaat brauchen wir nicht.
00:07:46: Das ist dann Gleichheit für die, die gut ausgebildet sind und wohlhabend sind.
00:07:54: Da geht es um eine relativ kleine Gruppe von Frauen.
00:07:59: Wenn ich Frauenpolitik, Gleichstellungspolitik nicht mit Sozialpolitik verbinde... dann ist es keine Politik für alle Frauen.
00:08:09: Und ich denke, da haben wir uns schwieriger inzwischen als früher, weil eben dieser sozialstaatliche Kapitalismus danach Kriegsjahrzehnte bis in die Siebziger und Achtziger.
00:08:18: Österreich hat ja ein bisschen später erst so mit diesem neoliberalen Wechsel begonnen.
00:08:26: Da ist ja der Grundwert auf dem man sich geeinigt hat Gleichheit.
00:08:30: Ja!
00:08:31: Das ist was ganz Zentrales.
00:08:33: Wenn man die Gleichheit verliert – das haben wir Dann haben wir alles sehr viel verloren, weil das heißt ich komme nicht mehr auf was berufen und sagen ja Gleichheit spielt eine Rolle im Sozialstaat ist wichtig für die Arbeitnehmerinnen oder Arbeitnehmer tatsächlich früher eher.
00:08:50: Da kann ich sagen, dass Gleichheit auch für Frauen und Arbeitsmigranten gilt.
00:08:57: Gleichheit ist nicht begrenzbar.
00:08:59: Aber wenn Gleichheit keine Rolle mehr spielt, sondern ein abstruser Freiheitsbegriff, der ja ganz losgelöst ist von dieser Triade von Freiheit, Gleichheit und Solidarität ... Nichts mehr berufen, weil eigentlich was geteilte Grundwörter in einer Gesellschaft sind und das ist ziemlich dramatisch für uns.
00:09:21: Weil da ist dann eben jeder ihres Glückes schmieden und die das nicht schafft, ist dann selber Schuld.
00:09:27: Und das ist ganz ein anderer Zugang.
00:09:29: Also vorher war es etwas, wo man gesagt hat okay, da sind Strukturen, die behindern Menschen oder gibt's Diskriminierung, kulturell, institutionell
00:09:36: etc.,
00:09:37: da müssen wir was machen!
00:09:38: Da müssen wir die Strukture anpassen damit alle Menschen sich hier wohlfüllen können.
00:09:44: Wenn das nie mehr passiert sondern nur die Menschen sozusagen angepasst werden an die Struktur, dann bleiben viele auf der Strecke.
00:09:51: Also das ist sozusagen ein ganz anderer Zugang zu dem, wie man Gesellschaft gestaltet.
00:09:58: Da geht es nicht mehr um gerechte Gesellschaft.
00:10:00: Ist das eigentlich schleichend passiert?
00:10:02: Weil das macht sehr schwierig dann anzudocken oder weil die Warte und auch die Formulierungen sind ja im Grunde nachher für die gleichen wie sie schon in den Siebzigerjahren waren und jetzt aber die ganzen Systeme rundherum so schwammig geworden, dass es schwierig ist zu sagen und da muss man einhacken.
00:10:24: Ist das schwieriger worden auch dann für die in der wissenschaftlichen Betrachtung und Formulierung des Ganzen?
00:10:35: Ja ich glaube es ist schon vielleicht aber schwieriger geworden weil mir natürlich auch so einen Diskurs haben... Es ist ja eh schon so viel geschehen und das stimmt ja!
00:10:47: Aber gleichzeitig ist es ja so eben, man muss auch ganz deutlich sehen.
00:10:54: Natürlich ist eine Integration von Frauen in den Arbeitsmarkt passiert ganz massiv aber gleichzeitig ist der Sozialstaat deutlich erduziert worden Und das bedeutet dann schon sehr viel, immer Frauen sind prekär integriert worden.
00:11:09: Wir haben auch viel zu wenig Kinderbetreuungseinrichtungen.
00:11:12: Jetzt sind die Frauen zwar integrierede aber nur zur Hälfte und nicht so ganz weil sie das immer nicht ausgeht, weil man sozusagen auf diese Lebensumstände von Frauen keine Rücksicht hat.
00:11:25: also deswegen war ja immer eine wichtige feministische Forderung für Wie soll Wohlfahrtsstaatlichkeit ausschauen?
00:11:32: Wir nehmen das Leben von Frauen zur Grundlage und schauen, was es braucht.
00:11:36: Dann geht's ja oder Männer müssen viel mehr wie Frauen leben also Sorge Arbeit machen sie um andere kümmern und nicht arbeiten bis zum Umfallen, sozusagen im bezahlten Job.
00:11:49: Und dann nichts mehr machen.
00:11:51: Also es tut ganz gut eigentlich so die Systeme durch die Brille der Frauen zu betrachten.
00:11:56: Dann kann man eigentlich ganz gut beurteilen sind sie gerecht?
00:12:00: Sind die Frauen da gleichgestellt?
00:12:02: Geht's ihnen gut und macht das System gut für alle oder eben nicht?
00:12:08: Die Geschichte vom Wohlfahrtstaat ist ja eine, vor allem auf den männlichen Arbeiter den inländischen männlichen Arbeiter abstellt.
00:12:17: Und das heißt, dass alle anderen benachteiligt sind in dem System.
00:12:22: und insofern eben sagen wir gibt es der Lücken weil da sind dann Dinge wie Kinderkriegen sind halt schlechter abgesichert.
00:12:30: also gut abgesichern sind die Risiken von Männern Weil die Fantasie oder die Vorstellung damals war ja die sozusagen Der Inbegriff des sozialen Fortschritts ist, dass auch ein Arbeiter seine Hausfrau hat und sich das leisten kann.
00:12:44: Deswegen ist seine soziale Absicherung im Vordergrund gestanden und die Absicherung von Frauen ist eigentlich verschoben worden in einer privaten Institution nämlich je.
00:12:57: Also das heißt sozusagen da Gleichbehandlung dann langsam Platz greift.
00:13:02: es sind die Siebziger-Achtzigerjahre aber das ist eben auch die Zeit vor allem die Achtzige in Österreich wo die ersten Einschnitte in den Sozialstaat passieren.
00:13:12: Also da sind dann genau die zwei Strömungen quasi getroffen, hat Bum gemacht sozusagen?
00:13:20: Vielleicht gehen wir noch mal ein bisschen weiter zurück.
00:13:22: Du bist in den Sehnsen-Einund-Siebzig gleichsam in die zweite Welle der Frauenrechtsbewegung hinein auf die Welt gekommen, nur einmal Gefühl auch für diese Bewegung und diese Zeit zu bekommen.
00:13:34: Erst seit der großen Familienrechtsreform des Jahres neunzehnfünfunds siebzig müssen Ehefrauen nicht mehr die Zustimmung ihrer Ehemänner einholen um erwarbstätig zu sein.
00:13:44: Und ebenso im Jahr neunzenfünfunds siebenzig trat die sogenannte Fristenregelung also Freiheit von Schwangerschaftsabbrüchen in den ersten drei Monaten in Kraft.
00:14:12: Ja, also wie gesagt die Johanna Donal hat tatsächlich schon eine große Rolle gespielt.
00:14:18: Also sie war einfach unglaublich inspirierende Person, die es so messerscharf analysieren und denken konnte und die Dinge auf den Punkt gebracht hat.
00:14:27: Und auch sehr humorvoll.
00:14:29: Wie oft ja?
00:14:31: Das war glaube ich für mich als Jugendliche ein unglaubliches Vorbild irgendwie.
00:14:39: Dass die Frau so etwas sagen traut im Fernsehen.
00:14:44: Da gibt es einige Erlebnisse, weil das war ganz was Neues irgendwie.
00:14:53: Vorher war Politik tatsächlich.
00:14:56: Das waren Männer.
00:14:58: Auch in der Sozialdemokratie waren bis in die siebziger Jahre kaum Frauen vorhanden.
00:15:04: Das ist dann eben dieser viel zitierte ... Bauchenschlag von Bruno Kreiske, in der er mit vier Staatssekretärinnen war.
00:15:13: Also da hat sich plötzlich was getan und das andere denke ich für mich irgendwie schon... Ich meine wir haben glaube ich so in dieser Generation einfach noch diese Ausläufe oder die Siebzigerjahre mitgekriegt.
00:15:26: Die AchtzigerJahre waren vielleicht durchaus auch schon Problematisch zum Teil.
00:15:32: Aber gleichzeitig ist da noch viel von dem Aufbruch irgendwie vorhanden gewesen, dass quasi wir ändern jetzt die Welt in der Frauenbewegung.
00:15:40: Also das eben wie gesagt ich habe wahnsinnig viel gelesen um mit so orientieren.
00:15:46: also das ist vielleicht ganz lustig weil ja weil es so ein Zugang ist sie vorher mal nicht hinauszugehen in die Welt.
00:15:54: Das habe ich schon ein bisschen gemacht, sondern ich habe ganz
00:15:56: viel gelesen über die Bücher rausgegangen in der Welt.
00:16:00: Ich habe jetzt so nachgedacht was ich ausgelesen habe in dieser Zeit mit den Sechzehnten und Siebzehnte.
00:16:08: Das war wirklich also das schwarze Faden, das waren anarchistische Zeitschriften.
00:16:13: Die Frauen-Solidarität, die auf, das sind die feministischen Zeitsschriften Und das wie ein Tagebuch, das damals noch gegeben hat bis Ende der achtziger Jahre.
00:16:23: Das war so meine Lektüre und das habe ich alles aufgesaugt.
00:16:25: Und da ... das waren für mich wirklich zentrale Erkenntnisse.
00:16:34: Also auch über diese Literatur, über die feministische Literatur also Gebrauchsliteratur sozusagen Bewegungsliteratur, das war für mich irrsinnig spannend.
00:16:45: Da hab' ich mir dann gedacht ja okay, bin jetzt irgendwie so ein bisschen gerüstet und könnte jetzt sozusagen in die politische Arbeit eintreten.
00:17:00: Und das habe ich dann schon angemacht, aber es gibt nicht so das einzelne Erlebnis oder so, wie denke man?
00:17:07: Eben, wie gesagt, es ist eine Zeit, wo das sehr präsent gewesen ist und eben auch mit der Frau und Staatssekretärin Joanna Donal.
00:17:18: Nachdem wir aus einer sozialdemokratischen Familie gekommen sind, sind wir auch immer wieder zu Bildungsveranstaltungen der SPÖ gegangen und da hat man durchaus eben auch die Johannes Donal hören können mitunter.
00:17:33: Aber natürlich auch andere, aber das ist so etwas was glaube ich schon sehr wesentlich war.
00:17:40: Du hast
00:17:42: die wahnsinnig mitmitten Wirken und Leben, und denken auch der Johanna Donal auseinandergesetzt.
00:17:49: Wie würdest ihr jetzt gehen wenn sie das beobachten müsste?
00:17:53: Die Johanna Donald ist im Jahr zwei Tausendzehn gestorben!
00:17:55: Wie würde es ihr jetzt sein, wenn Sie diese ganzen rechtspopulistischen Bewegungen beobachteten müssen, die Frauenrechte eigentlich?
00:18:05: Kappen beziehungsweise vielen Dingen auch den Boden unter den Füßen wegziehen für die, die Frau Donal gekämpft hat.
00:18:11: Wie kannst du uns vielleicht erklären wie sie reagieren würde jetzt?
00:18:18: Ich glaube so vorläufig sind ja schon vorhanden zu ihrer Zeit.
00:18:26: Man darf ja nicht außer Acht lassen, dass Österreich eigentlich durchaus ein bisschen auf Vorreiterrolle hat für diese Rechtsextreme und rechtspropolistischen Bewegungen.
00:18:35: In den Sechsund Achtzig kommt Jörg Heider an die Spitze der FPÖ, das sprengt die Koalition in Hinsbruck nämlich.
00:18:41: Und das heißt also dieses Erstecken von diesen rechten rechtsextremenden Dänzen ist etwas was schon in den Neunzigerjahren extrem präsent war in der politischen Diskussion.
00:18:55: Ich habe einmal mit Helga Kondra der Interview geführt, wo sie ihm sagt ja ab Mitte der neunziger Jahre waren alles sehr sozusagen besorgt einfach all über diesen Trend.
00:19:08: Und so quasi wie kann man den begegnen?
00:19:11: Ich denke ein Johann Adonal Glaube wird fragen was haben wir falsch gemacht?
00:19:21: dass die Leute nicht mehr umswählen sondern die FPÖ?
00:19:26: Und ich denke also an der Lüse dessen, was ist aus der sozialdemokratischen Politik geworden?
00:19:31: Weil ich denke die sozialdemokratische Politik der neunziger Jahre.
00:19:36: Der ist ja auch Johanna Donald zum Opfer gefallen muss man sagen.
00:19:39: Also dieses Abserviert werden vom Franz Franitzke das habe ich so ungeheuerlich gefunden dass meiner Politikerin wie ihr das so viel gemacht hat, soviel erreicht hat.
00:19:52: So ein Ende bereitet.
00:19:54: es finde ich nach wie vor Ungeheuerlich.
00:19:57: Und also muss ich ihm sagen, diese Sozialdemokratie der Neunzigerjahre und das ist natürlich ein höchstreiches Phänomen.
00:20:04: Das ist eine neoliberale Sozialdemokratie die ihre Grundwerte vergessen hat, die ja ihre eigentliche Klientel vergessen hat weil ihr alle möglichen Soziologen, Politologen ohne Innen erklärt habt Das ist die Klassenfrage nicht mehr gäbe und dass man sich auf die Mittelschichten konzentrieren muss.
00:20:31: Und das war natürlich ein Riesenfehler, weil erstens gibt es die Klassenfrage nach wie vor.
00:20:38: In den Siebzigerjahren haben viele geglaubt mit diesem toll ausgebauten Sozialstaat ist die Frage erledigt, stillgelegt sozusagen.
00:20:48: Genau, aber in den Neunzigerjahren das immer noch zu glauben wo die ersten Armutsberichte wieder geschrieben werden.
00:20:54: Wo die soziale Ungleichheit zunehmend... Das ist schon erstaunlich dass man das glaubt.
00:21:01: Aber ich glaube das wollte man glauben weil man sich damit nicht mehr beschäftigen wollte.
00:21:06: Ich finde irgend ein deutscher Soziologe hat es mal sehr schön auf dem Punkt gebracht mit einem Buchtitel eure Armut kotzt uns an.
00:21:15: Also sozusagen mit diesen Menschen will ich mich nicht beschäftigen, ja?
00:21:19: Und das gilt glaube ich ein Stück weit auch für diese Sozialdemokratie, dafür steht ja Tony Blair, er hat schon öder... Und so weiter.
00:21:29: Also ein
00:21:29: schönes Tickebild geben, was nun mal beim Spiegel mit die Drei, mit den wunderschönen Zähnen und die Kronen haben alle so genähtelt?
00:21:37: Die werden irgendwie stellvertretend für diese Neoliberale Politik.
00:21:41: Genau!
00:21:41: Sie haben das sehr vergessen, was ihr Job ist als Sozialdemokratier und dafür haben sie dann auch die Rechnung präsentiert gekriegt.
00:21:51: Ich denke... Das ist ein Riesenproblem gewesen, dass man das vergessen hat.
00:22:01: Die Frauenpolitik jener Jahre, die ihr Verkreis gehört mal gesagt mit der Abwahl oder die Helga Conrad wurde ja relativ unsaft gegangen.
00:22:13: Das ist das Ende sozialdemokratischer Fraumpolitik gewesen eigentlich.
00:22:18: Und das muss man sagen, weil die Helga Conrad war so auch in dieser Tradition wie Johanna Donal einfach eine, die Sozialistin und Feministin war und diese beiden Fragenklasse geschlecht immer verbunden hat.
00:22:32: also ihre Kampagne ganze Männer machen halbe, halbe.
00:22:35: Das ist ja unglaublich schlau gewesen auch vor dem Hintergrund der Integration von Frauen in einer Werbsarbeitsmarkt aber immer mit der Manko an institutioneller Kinderbetreuung.
00:22:46: das hat im Krasen Männer sollen da auch mitarbeiten weil sonst geht es sich alles nicht aus.
00:22:51: also vor dem hintergrund dass wir keine Familienlöhne mehr haben für Männer ja also abgesehen davon dass man das aus einer Gleichberechtigungsperspektive ähnelt wollen.
00:23:00: aber das heißt einfach Man reagiert auf diese ökonomische Veränderung, dass Löhne für Männer auch nicht mehr diese Höhe haben.
00:23:14: Dass Frauen integriert werden, aber sie nicht voll integrieren können wegen der Kehrarbeit die heute zu leisten ist und vor dem Hintergrund, wo das wirklich eine schlaue Ansage ist.
00:23:28: Das ist nicht dringend, wir haben sehr lustig gemacht darüber.
00:23:34: Es geht um eine gleiche Aufteilung der Frauen in Konkurrenz und bezahlter Arbeit benachteiligt, weil sie so viel unbezahlte Arbeit machen müssen.
00:23:44: Also cleverer Geschichte war das.
00:23:45: Sehr
00:23:45: clever, ja und ich denke das sind die Dinge.
00:23:48: wenn man das vermitteln kann also wenn man auch von dem ausgeht was die Lebenssituation der Frauen also der aller meisten Frauen eben ist nicht sehr vermögend nicht sehr super gebildet sondern so vielleicht durchschnittlich Abschlüsse haben, Arbeit finden etc.
00:24:08: Wenn man von dem ausgeht das muss die Grundlage sein auf der Politik entwickeln weil ansonsten hilft es nur ganz wenigen.
00:24:17: also die Ressourcen haben können sie sich ja in der Regel irgendwie richten aber es geht darum dass alle das können.
00:24:25: Ich habe selber ein Interview mit der Johanna Donalds in dem Jahr sieben geführt und da hat mir ihre Feststellung, dass Frauen in der Geschichte nur das erreichen was sie sich selber erkämpft haben.
00:24:38: Also diese Feststellung verfolgt mich irgendwie anhaltend und in auffühlender Weise muss ich wirklich zugeben.
00:24:45: Ohne die Geschichte der Frauen zu kennen können eigentlich auch ihre Forderungen nicht verstanden werden.
00:24:51: Wie kam es überhaupt zur Ungleichheit von Männern und Frauen?
00:24:55: Lässt sich das oder eben die hartnäckige Geschichte des Patriarchats knapp skizzieren.
00:25:04: Ja, ich glaube schon ganz, ganz knapp!
00:25:08: Es ist ja nicht so dass alles getan ist wenn man sagt okay Frau dürfen jetzt auch wählen und Politikerinnen werden
00:25:14: etc.,
00:25:14: sondern man muss ja sehen diese patriarchale Geschichte ist ja etwas, was sie sozusagen in die soziale kulturelle Gedechnisse einer Gesellschaft einprägt.
00:25:27: Das heißt eben dass Frauen wird bestimmt das einfach nicht zugetraut.
00:25:32: Sie werden abgewertet als weibliche Eigenschaft gilt.
00:25:36: Ist was Negatives eigentlich?
00:25:38: Aber vorher sagt man den Frauen, dass sie genauso sein müssen damit sie überhaupt weiblich wahrgenommen werden.
00:25:47: Schizophrenie-Geschichte, die Frauen da immer wieder zugemutet wird.
00:25:51: Und ich denke mal, warum das so hartnäckig ist hat damit zu tun dass es einfach institutionell eingelassen ist.
00:26:00: Das heißt, man muss jetzt nicht wahnsinnig weit zurückgehen aber ein Schnitt ist sicher die bürgerlichen Revolutionen, die Aufklärung
00:26:10: etc.,
00:26:12: Es ist einfach sozusagen eine Zeit, wo man das Vergleich proklamiert aber gleichzeitig Frauen ausschließt.
00:26:20: Andere Gruppen auch und das ganz stark begründet, warum es jetzt gerade nicht geht dass die auch dabei sind.
00:26:27: Und da gründet sich aber alles was wir so was unsere moderne Staatlichkeit ausmacht.
00:26:32: Parteien gründen sie und all dies ist sozusagen männlich durchsetzt.
00:26:38: Also Männlichkeit ist ein Bauprinzip unserer Gesellschaft.
00:26:43: Und damit das wegkommen kann, damit es hinweggefegt werden kann braucht's ja einerseits im rechtliche Absicherungen Gleichstellungspolitik und Gesetze
00:26:58: etc.,
00:26:59: aber es braucht gleichzeitig natürlich auch Veränderung der Denkweise.
00:27:02: Das ist was ganz Schwieriges.
00:27:05: Und ich denke, das ist auch nicht etwas wo man linearen Fortschritt immer hat.
00:27:08: Sondern es gibt Zeiten wo das präsenter ist in der Gesellschaft als normaler wahrgenommen wird und es gibt Seiten wo das sozusagen als ganz was Unnatürliches oder Schädliches usw.
00:27:26: geframed wird.
00:27:27: Das erleben wir jetzt gerade mit die Rechtsradikalen und Antifeministen so quasi.
00:27:31: Ich meine es ist schon immer die Emanzibution der Frau schuld gewesen.
00:27:34: wenn wenn es der Gesellschaft schlecht geht, ist wo ich den Grunde auch immer.
00:27:38: Man kann über die Männleichkeitskrise Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts lesen in der Zwischendriegszeit in den Fünfzigerjahren und immer eben auch über diverse Krisen und immer sind die Frauen schuld oder ihre Erwerbstätigkeit.
00:27:50: also das ist sozusagen etwas was man unzählige Beispiele in der Geschichte findet weil mir das interessiert wie die antifeministische Welle in den Null- und Zinnerjahren gekommen ist.
00:28:02: Wo kommt das her?
00:28:03: Dann schaut man ja, es gibt's eigentlich immer schon.
00:28:06: Aber es ist mal stärker und mal schwächer.
00:28:08: Und wenn so Krisenzeiten sind, dann erstarkt es wieder raus.
00:28:14: Also ich denke mir eben, wie gesagt, man muss sich schon ... Das andere was wir auch nicht vergessen darf jenseits von dem, wie Institutionen und Politik geprägt ist oder Wissenschaft und Wirtschaft muss man sagen, es gibt auch so was wie Komplizenschaften.
00:28:31: Oder in den Siebziger-, Achtziger-Jahren hat man das in der feministischen Theoriebildung als Mittäter in den Schaft diskutiert.
00:28:39: Das heißt eben Frauen in diesem System sind zwar Opfer, sie sind aber mitunter ja auch Mittäterinnen weil es einfach etwas braucht.
00:28:50: also sozusagen auch das einerseits das Überschreiten von dem vorgegeben wird, wie wir es sein sollen als Frauen.
00:28:59: Und das andere ist ja auch also dass sie manken natürlich auch relativ gemütlich einrichten können in dieser Position.
00:29:07: Also
00:29:07: d.h.,
00:29:07: da gibt's schon verschiedene Momente die da eine Rolle spielen.
00:29:13: Also Herrschaft oder genauso eben auch patriarchale Herrschaft funktioniert ja immer sozusagen über Gewalt und Konsens.
00:29:23: Also Zwang- und Konsenz, das ist beim antoniogrammische italienischer Maxist hat sich darüber ausgebreitet wie die Stabilität von Systemen funktioniert.
00:29:37: Dann hat er gesagt, eben das ist die Problematik.
00:29:42: und demokratische, wie ja immer Systeme nicht so einfach irgendwie hinwegfegen.
00:29:47: Die sind sehr stabil weil es eben sozusagen diese Mechanismen gibt Das
00:29:52: breitwurzelt irgendwie.
00:29:54: Genau, es gibt Zustimmung zu einem System auch wenn ich selber davon eigentlich benachteiligt werde.
00:30:01: Das hat man ja ganz oft gesehen also gerade jetzt in den feministischen... Also in dieser Zeit wird der Frauenbewegung, der zweiten Frauenbewiegungen wie auch frauenheftig ablehnen reagiert haben auf diese Forderungen.
00:30:16: oder auch gerade wenn's um Sexismus-Debatte gegangen ist, dann viele sagen, ah, darf denn gar keine roten dass man Erotik mit Sexismus vergleicht.
00:30:28: Das hat ja auch etwas mit unseren Prägungen zu tun, was sehen wir?
00:30:32: Welche Bilder kriegen wir serviert und was empfinden wir dann als erotisch?
00:30:35: Was haben wir da gelernt, was erotik ist überhaupt?
00:30:39: Und das in Frage zu stellen, das verunsichert natürlich!
00:30:44: dabei und freudig sozusagen fahnen, schwenken.
00:30:51: Man hat dann immer so das Gefühl sie müssen bis ein Stück weit auch ihr eigenes ihre eigenen Schwächen verteidigen.
00:31:00: Ja es geht schon... Es geht natürlich auch darum für manche Ihr eigenes Leben zu verteidigten wie Sie gelebt haben.
00:31:08: aber ich meine Es geht ja niemals darum im Feminismus, was irgendjemanden so verurteilt.
00:31:15: Sondern es geht darum zu zeigen diese Strukturen und diese Lebenswege die für Frauen gezeichnet werden ideal bewirken.
00:31:25: das?
00:31:26: Ja, überlegte ob du das haben willst.
00:31:29: Und natürlich ist es nicht nur individuelle Entscheidungen sondern gibt's auch Rahmenbedingungen für die man kämpfen muss und so.
00:31:34: ja aber es gibt da immer natürlich ein Handlungsspielraum den man hat mehr oder weniger je nachdem wo man herkommt.
00:31:43: Aber das ist natürlich nicht noch angenehm.
00:31:45: also wenn wir die Frauenbewegung oder die feministische Theorie oder die feministischen Kämpfe haben wir auch gefordert Selbstveränderung.
00:31:55: Das ist ja ganz was wichtiges.
00:31:57: Ganz was Zentrales, diese Abkehr von der Orientierung auf Männer.
00:32:02: Also die Schwesternschaft in der Frauenbewegung... Wir werden normalerweise darauf trainiert, dass Männer die wichtigsten Menschen im Leben sind die uns schlaue Ratschläge geben, die Kompetenz sind etc.
00:32:19: Und wenn man das in Frage stellt dann ist dieser Kulturrevolution eigentlich.
00:32:23: Das hat die Frauenbewegung gemacht deswegen sind sie ja auch so angegriffen worden.
00:32:28: Sie sind alles frustriert, lesbisch, sonst wahrscheinlich sehr hässliche Frauen, die sowieso keine Männer kriegen und deswegen so sein müssen.
00:32:37: Ich denke mal das ist schlicht und ergreifend die Angst und vielleicht der Schmerz der Männer dass Frauen untereinander sparsam politisch arbeiten, kämpfen gemeinsam was erreichen um der Stärke daraus beziehen und Männer nicht in allen Bereichen ihres Lebens brauchen.
00:32:59: Also ist es eher ein großes Beleidigte sein auf das man halt an Serbien so gün reagiert hat ja.
00:33:06: Welchen Schub hat eigentlich die Degradierung der Frau mit der Entstehung des Kapitalismus bekommen?
00:33:12: Mit dem seit Studie auch sehr, sehr intensiv auseinander.
00:33:16: Was ist da passiert?
00:33:18: Naja das wesentliche... Da trifft Kapitalismus auf Patriarchat sozusagen und formt was Neues irgendwie auch.
00:33:29: aber ich sage mal diese Zeit wo der Kapitalismus entsteht die bürgerliche Gesellschaft ist ja eine wo dann Arbeitsteilung einfach eine zentrale Rolle spielt die außerhäusliche bezahlte Arbeit, die häusliche unbezahlte Arbeit dann gibt.
00:33:47: Also das heißt alles was Frauen tun hat auf einmal keinen Wert mehr in einer Ökonomie wo alle sozusagen im diesem Haus oder um dieses Haus arbeiten die Ökonomie des ganzen Hauses.
00:34:03: Da ist es natürlich ganz anders.
00:34:04: da geht's drum sich zu versorgen gemeinsam.
00:34:08: Und dass Frauen Männer unterschiedliche Arbeiten auch damals gemacht haben, ja das war natürlich schon so aber diese Wertigkeit war nicht so nicht so drastisch.
00:34:18: also diese unterschiedlichen Wertigkeit und natürlich die ganze Aufklärung die bürgerliche Gesellschaft hat eine Ideologie des Frauenhasses der Frauenabwertung hervorgebracht.
00:34:32: Natürlich hat es auch Gegenstimmen gegeben.
00:34:34: Es gab auch feministische Philosophen, die was sie, die Mary Wollstone-Craft oder die Jo Läumte-Gusch usw.
00:34:42: Aber das waren natürlich einzelne Stimmen und wir sind verschüttet gewesen, der war gemerkt in den Frauenbewegungsjahren.
00:34:52: Da haben wir wieder einen Deck.
00:34:54: Das heißt da ist eine Ideologie von geschlechter Differenz die viel drastischer waren als in den vordalen Gesellschaften zum Beispiel an dem Platz getreten, die man vorher in der Form nicht gekannt hat.
00:35:10: Und das hat auch so ein Idealbild von Weiblichkeit hergestellt, dem ja viele Frauen sowieso nicht nachkommen konnten also Arbeiterinnen, Bäuerinnen
00:35:19: etc.,
00:35:21: aber es ist schon eben... Das sozusagen auf der ideologischen Ebene und auf der ökonomischen Ebène ganz viel passiert.
00:35:31: Und also das hat einen scharfen Schnitt gesetzt, mit dem wir im Prinzip immer noch zu tun haben.
00:35:39: Die
00:35:39: Hausfrau ist eigentlich erfunden worden damals oder?
00:35:42: Ja in gewisser Weise ich mein ja... Also und auch diese Trennung, dass Ferien die Frauen sind fürs Haus zuständig.
00:35:49: Die Männer für die Öffentlichkeit, Politik, Wirtschaft, der Wissenschaft etc.
00:35:54: Und das ist ja nicht nur theoretisch gewesen.
00:35:58: Das hat schon dann praktische Auswirkungen gehabt.
00:36:02: Also sozusagen, dass Frauen in der Öffentlichkeit eigentlich alleine nicht auftreten konnten.
00:36:07: Und wer das doch getan hat, der war eben auch oder die vielmehr natürlich Angriffen, sexistischen Übergriffe und gewalttätigen Übergriffen ausgesetzt.
00:36:19: Die Frau, die allein in der Öffentlichkeit ist, ist die öffentliche Frau.
00:36:25: Da gibt es extreme Moraldiskose im Jahrhundert über die Arbeiterinnen.
00:36:30: Die Arbeiterin ist ein Problem.
00:36:32: Das ist die sichtbare Frau, sie ist nicht zu Hause, sondern in der Fabrik und auf der Straße.
00:36:37: Und das ist ein moralisches und gesellschaftliches Problem.
00:36:40: Nicht ihre Arbeitsbedingungen oder ihre Ausbeutung, sondern
00:36:43: Sie!
00:36:43: Sie
00:36:44: als Person.
00:36:46: Und das hat natürlich auch sehr viel gemacht, ja?
00:36:49: Also eben manche beschreiben so das Ninzehnte Jahrhundert als das Jahrhunderte Männlichkeit her, wo sozusagen wirklich Frauen verbannt werden.
00:36:57: und es gibt ein paar Bewegungen die dann sagen Ja Frauen sollen überhaupt nicht erwerbstätig sein, sollen im Haus sein und so.
00:37:05: und das ist natürlich überhaupt nicht gegangen mit dieser wirtschaftlichen Entwicklung den man hatte.
00:37:10: Da gibt es ein ganz erlustiges Zitat von Friedrich Engels, der hat die Schrift zur Lage der arbeitenden Klasse in England geschrieben.
00:37:21: Und dann schreibt er, es ist eigentlich egal in welche Fabrik man hineingeht.
00:37:25: Weberreihen, Spinnereien
00:37:26: etc.,
00:37:27: überall sind über fünfzig Prozent Frauen.
00:37:31: Also so viel... Ups!
00:37:32: Ja, Ups das was passiert ja?
00:37:34: Aber man hat natürlich auch dann dagegen agiert.
00:37:36: also in Österreich hat man schon versucht die Frauen zu verdrängen aus dem öffentlichen Bereich.
00:37:43: Das ist zum Teil auch gelungen.
00:37:44: dafür hat dann halt auch Hausarbeit oder Heimatbeit sehr stark genommen und da sind die Frauen dann unsichtbar Nicht organisierbar und immer die Gewerkschaften wollten sie ohnehin nicht haben.
00:37:56: Das ist erst Ende der Achtzehnmalzeigerjahre gelungen, dann hat er noch gedauert.
00:38:01: Es hat bestens gedauern.
00:38:04: Die Zeit spielt schon eine große Rolle, weil wenn man zurückblickt im Zuge der französischen Revolution wurde die Gleichberechtigung erstmals formuliert und das ist ja doch wirklich ... doch ein paar Jahre her kann man sagen.
00:38:16: Seit den Einzelnen zwanzig umfasst der allgemeine Gleichheitsgrundsatz in der österreichischen Verfassung auch das Geschlecht durch die Realität vor der Zeit selbst hundertzechsundzwanzig Jahre später dass Frauen kämpfen.
00:38:30: Warum sind gesellschaftliche Veränderungen so unheimlich zäh?
00:38:35: Ja, ich glaube eben dass da sozusagen dessen Rolle spielt was ich vorher auch gesagt habe sodass die Institutionen männlich geprägt sind.
00:38:43: Also wenn wir dann mit den Frauen des Wahlrecht erkämpft haben und auch wählen können und gewählt werden können verändert das nicht gleich alles.
00:38:55: Also wir haben ja das Tümpel, der soll da hindern.
00:38:58: also immer bis in die siebziger Jahre haben wir immer unter zehn Prozent oder zwischen fünf und neun, zehn Prozent Frauen im Nationalrat.
00:39:06: Obwohl sie seit... ...Ninzehn-Achzehn wählen können.
00:39:10: Woher kommt das?
00:39:11: Stellen die Parteien überhaupt Frauen auf auf ihren Listen oder nicht?
00:39:14: Na eher nicht!
00:39:15: Also
00:39:15: d.h.,
00:39:16: da gibt es noch andere Gatekeeper ja, die Frauen davon abhalten.
00:39:19: Und man muss ja auch sagen, dass die französische Revolution mit ihren Herrn Zielen angetreten hat aber gleichzeitig gesagt, wer nicht dazu gehört Also das war ja eben die Freiheit, Gleichheit und die Brüderlichkeit war ja sehr wörtlich zu nehmen.
00:39:33: Das waren die bürgerlichen Männer, die da gemeint waren.
00:39:37: Und deswegen sind ja auch die ganzen sozialen Bewegungen, die Arbeiterbewegung, die Frauenbewegungs-, Bürgerrechtsbewegungen etc.
00:39:44: entstanden weil sie sich an dieses Versprechen, an dieses große Versprechen der bürgernischen Revolution an dem orientiert haben und gesagt haben aber wir auch.
00:39:55: Die Gleichheit kann nicht begrenzt sein!
00:39:58: Entweder sind wir gleich oder ihr seid nicht gleich.
00:40:01: Aber Gleichheit kann nicht auf der Gruppe begrenzt sein, sondern muss für alle Menschen gelten und es ist ja auch sozusagen die Erklärung der Menschen- und Bürgerrecht.
00:40:11: Es war jetzt einfach kurz im Intisol die Geschichte mit den Schützenweihersäser entzückend aus wie die Schützen die Gleichberechtigung verstehen.
00:40:21: das war aber irgendwie dann doch sehr schön nur Männer abgestimmt haben oder ob nicht Frauen dabei sein sollten.
00:40:28: Und es war irgendwie nett zu beobachten, wie langlebig das ist.
00:40:32: Also man muss da gleich wartend über die Schützen sprechen aber es ist schon sehr eigentümlich, oder?
00:40:39: Es ist ein bisschen wie aus der Zeit gefallen.
00:40:42: Ich denke mal hätten sie sich geöffnet für Frauen wären Sie vielleicht... langlebiger, weil ich denke was nicht abschiebe.
00:40:50: Ja gut wir sind in einer Zeit wo es viele trennt sich gerade wieder umkehren.
00:40:54: aber auf der anderen Seite denken wir schon naja zwei Aspekte also wo immer nicht ganz einig bin drüber wie das Wie man das jetzt politisch lösen sollte, auf der Anseite denkt man okay die Schützen sind ein Verein der viel öffentlicher Förderung kriegt.
00:41:12: Und wenn der also Grundsätze unserer Gesellschaft und unsere Staates nicht anerkennen, nämlich die Gleichbehandlung der Geschlechter dann kur leider keine öffentlichen Förderungen kriegen eigentlich.
00:41:22: Weil, ich meine diese Vereine sind ja nicht wurscht.
00:41:25: Das ist ja nicht irgendwo keine Ahnung immer.
00:41:28: Die sind bei den Landesüblichen empfängend dabei die Spürnerrolle in der Politik, bei jedem Dorffest und so.
00:41:34: Also die prägen einfach auch die Dorfkultur, die prägende Landeskultur was Eigenartig genug ist.
00:41:41: Man könnte schon mal hinterfragen... Warum das so ist?
00:41:44: Was ist es für eine eigentümliche Tradition, die wir da eigentlich immer noch feiern.
00:41:50: Aber eben, das ist das eine quasi ganz klar gleichstellungspolitisch, wer öffentliche Subventionen bekommt muss das anerkennen.
00:41:59: Das andere ist was mir sehr sympathisch wäre wirklich auseinandersetzung.
00:42:04: Was ist das für eine Tradition?
00:42:06: Wo kommt das her?
00:42:07: Es ist ja zur tiefst patriarchale Tradition.
00:42:09: also wenn man sich diese Statuten und Präambeln, die sie haben, so anschaut.
00:42:15: Dann ist es extrem konservativ bis reaktionär in der Nachbarkeit ja?
00:42:21: Und ob das eine Tradition ist, die man sich als demokratisches Land irgendwie aufrecht erhalten will, finde ich durchaus zu diskutieren weil eben mit diesem Hofer-Mythos Außenfeind gegen den man sie verteidigen muss, das ist alles nicht sehr logisch.
00:42:43: Das ist alles kompatibel mit modernen Gesellschaften.
00:42:51: Da stört sich für mich schon die Frage, wollen wir das nicht mal diskutieren?
00:42:55: Ich glaube, die Chancen stehen jetzt nicht sehr gut dafür.
00:42:57: Es ginge zu aber trotzdem finde ich Makroe Traditionen durchaus hinterfragen werden Sie als Volkloare zu verewigen ohne ohne Sinn und Verstand eigentlich.
00:43:08: Ja, die Diskussion hätte ja jetzt stattfinden können, wäre ja durchaus möglicher gewesen als Anlass gewesen?
00:43:14: Ich sage mal auch die Befürworter sind noch sehr oberflächlich argumentiert meines Erachtens.
00:43:23: Was heißt da die Gleichberechtigung von Frauen in einer traditionellistischen nationalistischen militäristischen Organisation?
00:43:35: Ist das mein oberstes Ziel als Gleichstellungspolitische Aktivistin?
00:43:41: Wahrscheinlich nicht wirklich.
00:43:45: Im dunklen Licht der vorhin und immer wieder auch in unserem Gespräch jetzt angesprochenen weltweiten Teils bitter Bösen, antifeministisch geprägten Angriffe auf Frauenrechte rücken eben auch die Gleichstellungsfragen.
00:43:58: In ein recht grelles Licht.
00:44:00: zusammen mit Andrea Leitner und Julia Radha hast du im Auftrag des Landes Tirol den gleichstellungsbericht.
00:44:14: Ich denke, der Bericht
00:44:30: zeigt, dass es sehr gegenläufige Entwicklungen gibt.
00:44:35: Die Einkommen sind natürlich immer wichtiger, weil es bedeutet Autonomie oder nicht Autonomien und Lebensgestaltungsmöglichkeit.
00:44:43: Und da kann man sagen, okay die Einkommensdifferenzen sind geringer geworden.
00:44:48: Aber sie sind immer noch sehr stark und es geht ja nicht nur um die Differenz, sondern es geht um die Höhe.
00:44:54: Ja ich meine in Tirol sind wir ja insgesamt dann oft nicht so toll mit den Einkommenchancen im Verhältnis zu anderen Bundesländern was mit der Wirtschaftsstruktur etwas zu tun hat.
00:45:04: also das heißt eben Es wird was besser.
00:45:08: gleichzeitig Sind Differencen immer noch relativ groß?
00:45:14: Was toll ist, was man bemerkt, die Bildungsexpansion bei den Frauen ist unglaublich.
00:45:21: Die ergreifen da wirklich ihre Chancen.
00:45:24: auf der anderen Seite.
00:45:25: Man sieht als Frau trotzdem noch nicht so umsetzen in ... berufliche Positionen, Einkommen etc.
00:45:33: wie Männer das können.
00:45:34: Also selbst wenn sie besser sind in den Ausbildungen kriegen Männer immer noch die Jobs, die begehrten, die gut bezahlten
00:45:42: etc.,
00:45:43: also es hat halt auch was mit patriarchalen Strukturen und Denkweisen zu tun.
00:45:48: Also ich denke da gibt's ein paar ganz interessant oder einen politischen Bereich bei der politischen Partizipation.
00:45:55: Wir haben also so auf der Ebene von Landtag, schaut das eigentlich ganz gut aus.
00:46:00: Also das sind wir bei neununddreißig Prozent.
00:46:03: Ich meine es könnte auch mehr sein, oder?
00:46:05: Es könnte ja auch dreieinfünfzig Prozent sein aber es gibt da stetige Entwicklung.
00:46:10: Also nicht dass dies ganz linear ist, es fällt dann manchmal wieder zurück und dann wird's wieder besser.
00:46:16: Gleichzeitig muss man sagen okay die Rolle ist das Land mit wo elf Gemeinden überhaupt keine Frau im Gemeinderat haben, also damit sind wir Spitzenräte in Österreich.
00:46:27: Und jede Bürgermeisterin wird groß gefeiert?
00:46:30: Ja genau, das sind wir einfach sehr schlechtes.
00:46:34: Wir haben eine Gemeindestruktur, ein sehr kleinteiliger und je kleiner die Gemeinden desto weniger Frauen im Gemeinterat und desto geringer die Chance dass da eine Frau-Bürgermeisterin dringend auch dort oft nicht so richtig vor, wo Gemeinden sehr akarisch geprägt sind oder sehr touristisch.
00:46:59: Habe ich interessant gefunden, dass das eher negativ ist.
00:47:06: Das ist spannend.
00:47:07: Kann man das erklären?
00:47:11: Da müsste man tiefer schürfen um es anzuschauen.
00:47:15: Ich denke Akarisch-geprägte Gemeinden Ja, ich sag mal der Spünder im traditionellen Lebensweisen eine sicher größere Rolle.
00:47:27: Warum der Tourismus auch zu dem führt?
00:47:30: Das ist man noch nicht klar.
00:47:32: Aber die großen Players sind halt doch eher Männer in diesem Bereich.
00:47:35: Es gibt schon einzelne Frauen aber ich denke da müsste man wirklich genau hinschauen.
00:47:40: ja.
00:47:41: Nur ein Drittel aller erwerbstätigen Frauen in Tisol ist das ganze Jahr über Vollzeit beschäftigt.
00:47:48: Der Gender Pay Gap, also die Lohn- und der Urlohnunterschied zwischen Frauen und Männern beträgt neunzehnt Prozent.
00:47:54: Und des Nettoeinkommens der Tirolerinnen liegt sogar tausend Euro unter dem Österreichsschnitt.
00:48:01: Kannst du erklären warum Tirol diesbezüglich derart negativ hervorsticht?
00:48:06: Ja, also die tausend Euro.
00:48:08: Das ist dann sozusagen übers Jahr gerechnet sozusagen ja oder ein bisschen mehr sogar.
00:48:13: ich glaube es sind um die hundert Euro im Monat so im Schnitt.
00:48:19: aber was sind die Ursachen?
00:48:20: Ich denke an das eine ist tatsächlich ist die Wirtschaftsstruktur dass man doch sehr viele Frauen und Männer in der Gastronomie-Hotellerie haben.
00:48:33: Handel, die sind traditionell sozusagen so Bereiche wo die Löhne nicht sehr hoch sind und das spielt natürlich eine große Rolle.
00:48:43: Das nicht ganz jährig beschäftigt ist immer mit den Saisonbetrieben aber es hat natürlich auch was in Tirol immer große Rolle spielt auch wenn hier auch aufgeholt wurde.
00:48:56: in den letzten Jahrzehnten haben wir immer noch sehr viel Luft nach oben, das ist institutionelle Kinderbetreuung einfach.
00:49:04: Also da sind wir wirklich immer noch ... weit weg von dem, was sein soll oder was halt irgendwie auch andere Bundesländer irgendwie vorlegen.
00:49:13: Also das ist nachdem die Vor- und Außerschulische Betreuung sozusagen in der Länderkompetenz liegt ja, was sie für einen großen Fehler heute aller gesagt.
00:49:24: aber das ist schon in den Sechziger Jahren mit dieser großen Reformschulorganisationsgesetz so beschlossen worden Und das ist ja sogar mit zwei Drittel mehr abgesichert.
00:49:34: dieses Gesetz Damit ist etwas passiert, dass man einfach dem ... freien Lauf lässt wie halt konservative Regierungen, was für Familien und Frauenbilder sie haben.
00:49:46: Und das wirkt sich natürlich auf die Erwerbsmöglichkeiten von Frauen dann massiv aus.
00:49:53: Natürlich muss man sagen, okay da ist auch etwas passiert bei den drei bis fünf sechsjährigen.
00:49:57: Das sind wir schon ganz gut mit der Betreuungsquote.
00:50:02: aber wenn man genau schaut ja Wie ist es mit den Sommerschließzeiten?
00:50:06: Wie lange habt ihr überhaupt offen?
00:50:08: weil immer dass viele Kinder in Betreuung sind ist gut, aber wenn ein Fulltime-Betreuung sozusagen dann so gezählt wird von der Statistik wie in der Kindergarten bis um vierzehn offen hat.
00:50:20: Dann fragt man sich, wie das zusammengeht mit einer Fulltime Beschäftigung?
00:50:24: Also da passt was nicht zusammen!
00:50:29: immer noch große Schwierigkeiten.
00:50:31: Das heißt im Grunde sage ich mal, die Politik überlaßt es immer nur den Frauen das individuell irgendwie zu lösen.
00:50:39: Ich finde das sehr spannend.
00:50:40: Da war ja aktuell auch diese Debatte haben von der Familienministerin, die gemeint hat dass die Menschen doch wieder mehr Kinder kriegen sollen bevor man halt über irgendwelche Verhörungen nachdenkt.
00:50:54: Denk man auch, das ist der falsche Weg und das wissen wir seit Jahrzehnten.
00:50:58: Wenn ich Kinderbetreuung anbiete dann bekommen die Menschen Kinder nicht sie kriegen Kinder und dann machen wir es vielleicht weil damit haben schon viele Frauen viel Pech gehabt in ihrem Leben.
00:51:10: Da ist es wirklich ein Unterschied, wieviel Geld man sich aufwenden?
00:51:14: Wien oder Tirol ist ein Riesenunterschied.
00:51:18: Es ist eine größere finanzielle Belastung und eine schlechtere Infrastruktur hier.
00:51:24: Das wirkt sie natürlich aus.
00:51:29: Man muss auch ein bisschen darüber nachdenken, was für Wirtschaftsstruktur will man oder was fördert man.
00:51:36: Weil ich denke, wir haben schon eine Bezirke, wo man sagt, du bist einfach ... nicht viel möglich.
00:51:45: An der Erwerbsquote sieht man das auch sehr deutlich, was ich sehe dass es in Landeck zum Beispiel die Frauenerwerbsquote sehr niedrig ist im Verhältnis zu anderen Bezirken ja weil da wenig vorhanden ist, wenig Kinderbetreuung und wenig Betriebe wo halt irgendwie Frauen... genau und ich denke da kommen wir politisch eingreifen.
00:52:04: ja weil ich meine wir haben ja gleichzeitig diesen Trend dass viele ländliche Gemeinden irgendwann aussterben, wenn sie nicht bestimmte Infrastruktur anbieten.
00:52:17: Also weil das Männer auspendeln und woanders arbeiten, das kennen wir schon lange.
00:52:22: Aber alle wissen, wenn die Frauen gehen dann ist es fertig.
00:52:26: Nicht mehr zurück?
00:52:27: Ja.
00:52:28: Und dass viele finden okay, lieber nach Innsbruck über bessere Infrastruktur, bessere Rahmenbedingungen... ist schon verständlich.
00:52:37: Aber ihr hast natürlich auch was für die Gemeinden.
00:52:43: Und
00:52:43: fürs Gesamtbild Tirols eigentlich, oder?
00:52:46: Weil es wird dann einfach anders.
00:52:48: Ja wir sind ja schon ein bisschen viel mehr anders als das oft angestellt.
00:52:53: Also dieses ländliche, bäuerliche, das ist ja gar nicht wahr.
00:52:56: Das
00:52:56: stimmt, das weiß ich.
00:52:58: Ist schon lange
00:52:59: lang.
00:53:01: In der Corona-Pandemie haben alle Frauen Themen einen massiven Rückschlag erlitten.
00:53:07: Im Bericht sprecht ihr von einer Retraditionalisierung, was ist da passiert und noch dazu in der Art extremen kurzer Zeit?
00:53:16: Ja ich denke, was uns das gezeigt hat, ist dass für viele so etwas wie Gleichstellungspolitik eigentlich Etwas ist so zum Drüberstreuen, das ist weder im Bewusstsein sehr tief verankert noch in den Institutionen.
00:53:34: Also für mich war es sehr interessant wie zb dieser Krisenstabentirol zusammengesetzt worden.
00:53:42: Da ist kein einziger Freund dabei gewesen.
00:53:45: Da ist niemand mit einer Genderkompetenz, das könnte theoretisch auch ein Mann sein oder mit einer Kompetenz in Hinblick auf psychische Resilienz,
00:53:54: etc.,
00:53:55: was passiert mit den Menschen?
00:53:56: Wenn man jetzt Ausgehverbote hat, etc.
00:53:59: Also alles ist nicht passiert und ... Da haben wir mir gedacht, spannend.
00:54:08: Aber es hat auch keine Politikerinnen gegeben.
00:54:10: Wir hatten damals eine Landeshauptmann-Stellvertreterin die sich hinein reklamiert hätte und das hatten wir nicht.
00:54:17: Es ist ganz schnell irgendwie gegangen dass alles Mögliche als Luxus und jetzt nicht relevant betrachtet worden ist.
00:54:27: was dann?
00:54:27: plötzlich sind alle überrascht gewesen dass man Gewaltproblemen haben und dass das zunehmend in so einer Phase.
00:54:35: Hätten wir irgendeine Frau mit Expertise in Gewaltschutzfragen gefragt, die hätte das sagen können rechtzeitig bevor alles passiert?
00:54:47: Das hat man darauf verzichtet.
00:54:48: Hat man nicht so wichtig gefunden.
00:54:50: und ich denke naja also das zeigt schon sehr deutlich was dann letztlich als Wichtigem finden wird.
00:54:57: und na ja das andere eben so quasi im Grunde muss man sagen So gleichstellungspolitische Fragen sind in diesen Krisenzeiten dann halt oft Werner's Luxus gut belachte.
00:55:08: Obwohl das essentiell für das Leben von Frauen ist, also für die Hälfte der Bevölkerung.
00:55:13: Aber Frauen sind ja selber so gewohnt, dass sie zurückstecken und alles managen und alles ertragen.
00:55:21: Und es ist jetzt ... Das ist eine Pandemie natürlich auch nicht die Zeit wo da einer große Aufschrei passiert.
00:55:25: Es ist danach gekommen und da ist viel drüber geschrieben worden.
00:55:29: Es hat aber auch nicht wirklich viel verändert, muss man ganz ehrlich sagen.
00:55:33: Weil immer nach dieser ersten Phase da hat es dann schon Analysen gegeben wie er das mit dem Homeoffice ausschaut und wer da was macht und wer überhaupt ins Homeoffices gehen kann und wer nicht.
00:55:46: Wer schlicht an einer greifen Carvert mehr hat oder ja immer so solche Dinge ... Das ist dann später gekommen, aber man hat eigentlich keine Konsequenzen drausgezogen.
00:55:58: Und das habe ich schon sehr erstaunlich gefunden.
00:56:00: Ich meine, es ist befundretraditionalisierung passiert immer in Krisenzeiten.
00:56:05: Also wenn alles andere unsicher wird dann soll zumindest das funktionieren sozusagen die eine gewisse Ordnung in den Geschlechterverhältnissen herrschen.
00:56:18: Das haben Sie sicher viele gewünscht, so als Stabilisierung.
00:56:22: aber dem Frauen haben wir massiv hohen Preis dafür bezahlt.
00:56:27: Danach haben wir das dann feststellen können.
00:56:29: Man hätte es wissen können, wenn man sozusagen schon eben mit Expertinnen Gewaltschutz, Geschlechterverhältnisse
00:56:40: etc.,
00:56:42: oder eben auch was ist mit den Jugendlichen?
00:56:44: Wenn man mit denen gesprochen hätte, hätte man schon einiges vermeiden können und trotzdem vieles natürlich schnell gehen musste, man vieles nicht wusste... wie sie das jetzt entwickelt und so.
00:56:56: Aber das ist ein Wissen, das ganz schnell abrufbar ist.
00:56:59: Wir haben ja die Expertinnen... Ja,
00:57:02: trotzdem ist es schon ernüchternd auf welche wackeligen Beinen das steht.
00:57:05: Das war ja mit der Gendermedizin oder der geschlechter-sensiblen Medizin auch so dass das plötzlich kein Thema mehr war.
00:57:12: Es war pumm weg!
00:57:14: Und das finde ich dann schon ein bisschen beängstigend.
00:57:20: Ja, wir haben einfach auch diese starken Gegenströmungen, die sagen jetzt ist mal Schluss mit dem.
00:57:24: Jetzt haben wir andere Sorgen.
00:57:27: Und das ist ja nicht nur sozusagen so ein rechter Rand.
00:57:29: Also dessen finde ich es ganz was Wichtiges, dass dieser Männlichkeitsdiskurs, dieser antifeministische Diskurs Der ist ja schon sehr stark in der Mitte, der Gesellschaft herangekommen.
00:57:41: Das ist ja nicht nur in irgendwelchen dubiosen rechtsradikalen Blätter gestanden.
00:57:45: Es hat man in der FVZ und in der NCZ und die Süddeutschen Zeitung über Reu lesen können oder im Profil und im Standard auch.
00:57:53: Und da ist sich niemand zu schade gewesen von diesen Qualitäts ... Zeitungen, das abzudrucken.
00:58:00: Und jetzt wird man ja mal sagen dürfen und man muss halt auch mal einen anderen Standpunkt bringen dürfen.
00:58:08: Dabei ist es ganz banal.
00:58:10: Also ich denke also von einem wissenschaftlichen Standpunkt aus kann man das so zerlegen mit einem Fingerschnip was da argumentiert wird aber ebenso differenziert, wie wir es dann ja doch wieder nicht wissen.
00:58:24: Und dann wollte man halt einfach mal den Männern die auch so gequält sind sozusagen eine Stimme verleihen.
00:58:30: Ich meine das war im Jahr zweifelsundfünfzehnte.
00:58:32: Griechenland also in der Krise hat ... ich glaube es war die FVZ irgendwie die dann sagt Ja die Männer haben ein Männlichkeitskrise weil sie eben dieses Nicht-Aber keine Arbeit haben etc.
00:58:45: und dem nächsten Satz kommt ja und die Gewalt an Frauen nimmt total zu Und die Prostitution unter den Frauen nimmt total zu, weil das die letzte Chance ist um sie irgendwie über Wasser zu halten.
00:58:57: Das wird überhaupt nicht verknüpft miteinander.
00:58:59: Also Männer haben eine Männlichkeitskrise, weil sie nicht mehr ernährer sind und nicht mehr erwerbstätig sein können.
00:59:07: Und Frauen erleiden Gewalt
00:59:10: etc.,
00:59:12: aber es ist halt so, weil es immer so ist.
00:59:17: Die Männer fallen in ein schwarzes Loch.
00:59:21: Und die Frauen sind mehr von Gewalt betroffen, aber sie haben nicht die Krise.
00:59:27: Meine Frauen haben keine Krise, wenn eine gesellschaftliche Krise da ist.
00:59:32: Sie schauen dann wie es jetzt geht oder?
00:59:35: Es wird von ihnen erwartet dass sie das machen und Männer haben diese Krise.
00:59:42: Gesundheit hängt fast schon unheimlich direkt mit der finanziellen Situation einer Person zusammen und die Tatsache, dass Armut krank macht trifft auch diesbezüglich benachteiligte Frauen nicht erst im Alter.
00:59:55: Neben dem Gender Pay Gap und dem Gender Pension Gap klafft auch der Gender Health Gap bedrohlich zwischen Männern und Frauen.
01:00:03: Nimmst du politische Signale.
01:00:05: war das diese Gaps ernst genommen worden und entsprechend ernst geschlossen werden wollen?
01:00:13: Also ich habe das Gefühl, dass sowas wie der Gender Bake-App wird zelebriert inzwischen.
01:00:19: Das ist auch wichtig natürlich darauf aufmerksam zu machen.
01:00:22: aber es hat für mich schon fast so was wie Folklore inzwischen weil es gibt eigentlich fast keine politische Reaktion drauf ja?
01:00:28: Weil immer das ist ein altes Problem.
01:00:30: wir wissen was zu tun ist.
01:00:31: Ja es braucht mehr Transparenz.
01:00:33: Ich meine da tut sich jetzt auch etwas.
01:00:35: Aber es braucht natürlich auch mehr Institutionelle Angebote für Frauen, damit sie sozusagen sich und bezahlte Arbeit bewerben können.
01:00:50: Das heißt wenn man in einer Zeit ist wo vieles schlechter wird im sozialstaatlichen Bereich, im gesundheitspolitischen Bereich dann trifft es Frauen immer stärker als Männer, weil sie weniger Geld haben.
01:01:03: Also das heißt dieser Zusammenhang Gender Bay Gap und Gender Health Gap hat einerseits natürlich was Institutionelles, also weil Frauen heute im Gesundheitssystem nach wie vor weniger ernst genommen werden aber auch weil Frauen sich die Leistungen, die sie vielleicht bräuchten nicht leisten können wenn sie sie zu kaufen müssen, weil sonst kaum Geburt gibt oder so ja?
01:01:24: Das heißt ich denke da ist sicher etwas.
01:01:30: Es ist dies und das geschehen in den letzten Monaten auch, also eben Mitpreisbremse etc.
01:01:35: Das sind wichtige Sachen damit sozusagen ja dass ein bisschen gestoppt wird diese Zunahme von soziale Ungleichheit.
01:01:45: aber es braucht natürlich viel mehr Einwirklichkeit.
01:01:47: Aber Und eben das andere ist eben auch wenn's um den gender health gap geht.
01:01:55: ich denke Wir haben seit wirklich mehreren Jahrzehnten inzwischen eine Gendermedizin Forschung.
01:02:03: Aber eben die Frage ist schon, also man hat nicht das Gefühl jetzt auch als Patientin dass es so gut angekommen ist in den Praxen der verschiedenen Ärzte und Ärztinnen.
01:02:15: Und die andere Frage ist immer, wie sehr ist das angekommen bei den Pharmakonzernen und ist es in Ihrem Interesse sozusagen oder kostet sie das etwas was Sie dann nicht investieren wollen wenn Sie auf das Rücksicht nehmen?
01:02:28: Ja dass Frauen und Männer eben unterschiedliche Medikamente etc.
01:02:33: brauchen.
01:02:34: Ja
01:02:34: und anders ticken und anders gesund werden genau und anders krank werden.
01:02:39: ja
01:02:41: Die Ergebnisse des Gleichstellungsberichtes, zwanzig vierundzwanzig enthalten für politisches Handeln ähnlich zwingend animierender Zahlen wie die Ergebnisse der Zielgruppen spezifischen Befragung zur Frauengesundheit in Tirol aus demselben Jahr.
01:03:10: Maßnahmen unbedingt umgesetzt werden, um die Ergebnisse des nächsten Tiroler Gleichstellungsberichtes zum Wohl der Frauen zu verbessern.
01:03:20: Ja da gibt es natürlich mehrere Ansatzpunkte.
01:03:26: auf einer Ebene von Arbeits- und Sozialpolitik würde ich sagen Es braucht ganz dringend mehr soziale Dienste in Bezug auf Kinderbetreuung und Pflege.
01:03:37: Und was ist auch auf jeden Fall gebraucht?
01:03:41: Arbeitszeitverkürzung.
01:03:43: Wir reden eigentlich schon sehr lang drüber, es scheint irgendwie nicht möglich das sachlich zu diskutieren aber ich finde dieses hat ein enormes gleichstellungspolitisches Potenzial weil wir wissen ja über über fünfzig Prozent der Frauen sind in Teilzeit.
01:04:03: die letzte Arbeitszeit Verkürzung war Kleinkind.
01:04:11: Ich finde das immer sehr interessant, also bevorher waren ja doch relativ regelmäßigen Abständen einfach sozusagen Arbeitszeitverkürzungen.
01:04:18: Produktivität steigt und Arbeitszeit Verkürzung ist dann so was wie Umverteilungsmechanismus, dass sozusagen alle davon profitieren, dass Produktivitätssteig.
01:04:27: Das ist außer Kraft gesetzt worden.
01:04:29: in den Achtzigerjahren gab es noch Forderungen, dann war es vorbei.
01:04:32: Also die fünfunddreißig Stundenwoche Ende der Achtzeiger.
01:04:36: seitdem ist nichts passiert.
01:04:38: Es ist im Gegenteil, also die Regierung Kruz hat das ehemalige Ausgedehnt, die Arbeitszeit so die Möglichkeit sozusagen über vierzehn Stunden hinauszugehen.
01:04:49: aber im Grunde genommen ist natürlich schon eine Arbeitszeitverkürzung basiert durch massive Teilzeit.
01:04:56: ja wir wissen wir haben fünf Menschen in Beschäftigung jetzt Aber das Beschäftigungsvolumen ist nicht gestiegen.
01:05:04: Und bei den Frauen DETO, wenn man die Frau sieht, sieht man es ganz stark her.
01:05:10: Wir haben Arbeitszeitverkürzung aber ohne Lohnausgleich.
01:05:13: Das ist ein Umverteilungsproblem in Wirklichkeit.
01:05:17: Ich denke da, das ist ein wichtiger Ansatzpunkt für die soziale Dienst- und Arbeitszeit Verkürzungen.
01:05:24: Und was ich für die Rolle schon auch irgendwie wichtig finde, weil wir jetzt dann das letzte Bundesland sind.
01:05:30: Das da nichts tut sozusagen ist der Schwangerschaftsaufbruch, der in der Frauengesundheitsstrategie ja gar nicht Erwähnung findet.
01:05:40: Da wird dann so eine Formulierung gefunden.
01:05:44: Ich habe es nochmal nachgelesen, weil es wirklich interessant fand.
01:05:47: Die individuelle Entscheidung zur Mutterschaft wird sozusagen als Formulierung verwendet dafür, dass man einfach das Wort Schwangerschaftsabbruch nicht verwenden will.
01:05:58: Das finde ich ungeheuerlich.
01:05:59: ehrlich gesagt ja weil ich denke naja jetzt ist es in Tihol also seit fünfundsebzig ist es legal die Fristenlösung Und wir schaffen es nicht, den Frauen ein angemessenes Angebot dafür zu geben.
01:06:15: Und ich denke mal das wäre schon was Wichtiges, das einfach einmal ein Stück weit zu normalisieren weil in der Bevölkerung ist es ja schon längst angekommen.
01:06:23: Aber
01:06:23: jetzt haben die uns ganz eigenartig darüber geredet oder nicht drüber gerede?
01:06:27: Das ist einfach Tatsache und
01:06:29: Pflicht!
01:06:31: Also eben wie gesagt.
01:06:32: also wenn man schon über reproduktive Gesundheit redet dann muss man auch sagen okay Da gilt es einfach, das endlich umzusetzen was reproduktive Rechte sind.
01:06:44: Das umschließt auch ein Schwangerschaftsabbruch und ich denke man hat das gesehen in dieser Debatte vor drei Jahren oder so wie unglaublich die öffentliche Auseinandersetzung läuft in Tirol zu dem Thema.
01:07:04: Also der Bischof hat sein ganzes politisches Gewicht in die Waagschale gemacht, um das zu verhindern und war erfolgreich damit.
01:07:11: Und das ist das tragische.
01:07:13: Ja, also erfolgreich war er mit!
01:07:15: Weil wie kommen wir an Institutionen?
01:07:18: Wie die katholische Kirche über Frauenkörpern nach wie vor entscheiden lassen eigentlich, ja?
01:07:23: Die haben da wirklich schon genug Schuld auf sich geladen.
01:07:26: diese Institution... ...und als ihm wie gesagt es geht um Versachlichung.
01:07:35: Das ist vielleicht sozusagen eine Spitze von einem Eisberger.
01:07:40: Wenn man Frauen ernst nehmen will, dann ist das schon was ganz Zentrales an.
01:07:46: Die Selbstbestimmung über den Körper und das normal zu machen.
01:07:52: Glaubst du, dass es passiert?
01:07:54: Bist du hoffnungsfroh, dass deine Ansätze, die du uns jetzt genannt hast, in den nächsten Jahren auch Fruchten umgesetzt und gefordert werden mit aller vehement oder fürchte Studie vor den nächsten Jahr?
01:08:10: Es ist beides.
01:08:12: Ich denke natürlich fürchtet man sich ein bisschen vor dem... was da sozusagen vor der Tür steht, aber es ist nicht ausgemacht wo die Entwicklung hingeht.
01:08:20: Also das möchte ich jetzt nicht so sehen auch wenn ja viele das schon so sehen dass quasi ein neuer Faschismus kommt auf uns zu und die Gefahr besteht natürlich.
01:08:30: also das ist schon klar.
01:08:31: ich glaube aber schon dass es eben politische Mittel gibt um das zu drehen.
01:08:36: Die Frage ist ob sie sich durchsetzen können.
01:08:38: ja dafür möchte ich gerne etwas tun oder Ideen geben, oder Diskussionen dazu einfach um das denkbar zu machen.
01:08:46: Ich glaube dass es ganz wichtig ist für uns sozusagen solche Visionen und Turbin einfach auch vorzustellen zu diskutieren weil die Menschen haben ja überhaupt keine... wie soll ich sagen, keine richtige Entscheidungsgrundlage mehr?
01:09:01: Weil diese Ideen überhaupt nicht mehr in die Diskussion eingebracht werden.
01:09:05: Weil alles für unmöglich erklärt wird – was gar nicht stimmt!
01:09:08: Es gibt wahnsinnig viele gute Ideen, es geht zum Kehrarbeit oder um ja alles Mögliche, also auch was als Bankensystem oder was auch immer.
01:09:19: Also es gibt wirklich Fülle... Mobilität, wie kann man das anders organisieren?
01:09:26: Alles ist vorhanden.
01:09:29: Aber man muss auch darauf zurückgreifen.
01:09:31: Man muss es in die Diskussion bringen und mit den Menschen diskutieren weil ich denke dann, man muss überzeugen.
01:09:40: Ich weiß schon dass soziale Medien spielen eine große Rolle und gerade die rechtsextremen Parteien bedienen das irrsinnig gut.
01:09:51: In dem macht ihnen das niemand streitig, also in dieser Kompetenz.
01:09:55: Ich glaube dass die anderen, die sozusagen unsere Demokratie und unsere Freiheit erhalten wollen und wieder mehr Gleichheit herstellen wollen, dass sie hinausgehen müssen mit den Menschen von Angesicht zu Angesichts diskutieren müssen.
01:10:10: Ich glaub' dass man nur so überzeugen kann weil diese einfachen Mittel... Das geht noch in rechtsradikalen Diskrosen, die bieten ja keine Lösungen!
01:10:18: Die machen nur Probleme, die sozusagen gar keinen Sinn mitunter.
01:10:23: Oder ja eben wie gesagt dann ist die Emanzipation der Frau, die Problematik, die uns alle ins Verderben stürzt oder so und ich denke naja wenn ich dem nichts entgegen halte also mehr als nur an eine Presseaussendung auch ein Video oder so.
01:10:42: Dann wird das nicht, dann wird es nix.
01:10:44: Ich glaube dass man wirklich in denn in die Auseinandersetzung gehen wir ganz direkt.
01:10:49: Ich glaube, dass so Politik am besten funktioniert.
01:10:52: Man muss Medien abbedienen – das ist man durchaus klar.
01:10:54: aber wenn man Menschen berühren will und begeistern will dann muss man mit ihnen direkt sprechen und in einen Austausch gehen.
01:11:04: Ich finde es ein ganz wunderbares Schlusswort!
01:11:07: Und eine Aufforderung vielen herzlichen Dank Alexander für das Gespräch und ich wünsche dir einen schönen Tag.
01:11:15: Ja, vielen Dank.
01:11:16: Das wünsche ich dir auch.
01:11:17: Danke schön!